Kinder: Thea, Tim

Ich habe mich für eine Hausgeburt entschieden, weil ...
… ich bei meiner Tochter eine Wehenbegleitung durch eine "Gugelrund"-Hebamme zu Hause hatte und dadurch schon wusste, wie locker und entspannt eine Geburtsbetreuung zu Hause sein kann und wie eklatant der Unterschied zu eine sterilen Krankenhausatmosphäre ist.

… ich meine Tochter im Krankenhaus bekam und keine Lust mehr hatte auf mangelnde Intimsphäre und fremde Leute im Raum, Hebammen, die mal kommen und mal gehen und uns das Gefühl gegeben haben eine Last zu sein.

… ich mir bei meiner Hausgeburt sicher sein konnte, dass ich meine Hebammen kenne und mag und sie IMMER da sind.

… ich wusste, dass auf MICH vertraut wird und ich während der Geburt alles so machen kann, wie ich es als gut für mich empfinde, z.B. dass ich herumlaufen kann (im Krankenhaus wird man ab einem bestimmten Punkt einfach ins Bett gelegt, weil es für die Hebammen und den Arzt "praktischer" ist).

So verlief unsere Hausgeburt:
Als die Wehen einsetzten rief ich Steffi an. Ich bereitete das Zimmer vor, in dem ich entbinden wollte. Bis zu Steffis Eintreffen bei uns badete ich dann, um die Abstände der Wehen zu verkürzen und die Wehen zu verstärken. Alle waren ganz entspannt, ich veratmete alle Wehen im Stehen und Herumgehen, Steffi bereitete sich vor und gab mir immer wieder Tipps. Später kam Sabrina dazu. Toll war die Idee Kerzen anzuzünden und das Licht zu dämmen - für das Baby und auch uns war das etwas ganz anderes als die Neonbeleuchtung im Krankenhaus! Ich bekam Tim dann schließlich auf einem Gebärhocker, den Steffi mitgebracht hatte. Auch für uns als Paar war diese Geburt viel schöner, da mein Mann hinter mir sitzen und mich halten konnte, was im Krankenhaus neben dem Bett einfach nicht möglich war. Nach der Geburt bereiteten mir alle ein Kissenlager auf dem Boden, Tim wurde bei Dämmerlicht untersucht und angezogen. Nach der Nachgeburt schlüpften wir drei in unser eigenes Bett und weinten erst einmal vor Rührung. Nachdem Steffi uns Sabrina gegangen waren, schliefen wir ein. Keine Schichtwechsel auf der Wöchnerinnenstation, keine Routineuntersuchungen, die uns wieder aufgeweckt hätten, einfach absolute Stille und Ruhe. Auch Tim hat man diese Ruhe in den ersten Monaten angesehen, er durfte bei der Geburt einfach ganz entspannt von einer "Welt" in die nächste gleiten.

Würde ich mich wieder für eine Hausgeburt entscheiden?
Jederzeit! Durch die Vorsorgen ist man gründlich durchgecheckt und nur wenn alles in Ordnung ist kann man zuhause entbinden. Vor dem Geburtstermin erfolgt ein Risikogespräch. Eine 100%ige Sicherheit gibt es sowieso nicht, auch nicht im Krankenhaus. Was mir auch sehr wichtig war, ist, dass die Betreuung durch die Hebammen wie ein Kreislauf ist: Vorsorgetermine, Hausgeburt, Nachsorge, alles liegt in den Händen der gleichen Hebammen. Keine Angst vor einer Hausgeburt! Ich habe den direkten Vergleich Krankenhaus - Hausgeburt und kann sagen, dass eine Geburt an einem Ort, den man kennt und an dem man sich wohlfühlt leichter, schneller und persönlicher ist! Ich habe mich noch nie im Leben so stark gefühlt wie in dieser Nacht und das ist ein Gefühl, das ich in mein weiteres Leben mitnehmen werde.

-> ein Buch, das ich empfehlen kann: Ina May Gaskin "Die selbstbestimmte Geburt"

max